10 Tage vor dem Marathon: Dos & Don´ts | SCHORK SPORTS
Checkliste: 10 Tage vor dem Marathon
Die letzten zehn Tage vor einem Marathon sind nicht die Zeit, um noch möglichst viel Leistungsfähigkeit aufzubauen. Jetzt geht es darum, stark, frisch, gut versorgt und ohne unnötige Probleme an der Startlinie zu stehen.
Das Training ist gemacht. Die langen Läufe sind absolviert. Du hast gezielt trainiert. Jetzt kannst du vor allem noch eines beeinflussen: wie gut du deine vorhandene Leistungsfähigkeit am Wettkampftag abrufen kannst.
Ein zu langer Lauf, neue Schuhe, falsches Essen, zu wenig Regeneration oder ein zu schnelles Anfangstempo können einen Marathon unnötig schwer machen…
Die letzten zehn Tage: weniger machen, besser vorbereiten.
1. Keine langen Läufe mehr nachholen
Du hast einen langen Lauf verpasst oder das Gefühl, noch nicht genug trainiert zu haben?
Jetzt nicht mehr nachholen!
Ein zusätzlicher langer Lauf wenige Tage vor dem Marathon bringt keine relevante neue Ausdauer mehr. Er kann aber Ermüdung verursachen, die du am Start noch spürst.
Also:
- keine 20- oder 30-Kilometer-„Generalprobe“
- keine ausgefallenen langen Läufe nachholen
- keine spontanen Bergläufe
- keine Trainingsschulden abarbeiten
Ein Trainingsplan ist kein „Schuldenkonto“.
2. Keine harten Trainingsexperimente
Auch die letzte harte Intervalleinheit ist nicht der richtige Ort für einen Formtest.
In den letzten Tagen geht es darum, die Form zu erhalten und Ermüdung abzubauen.
Kurze, lockere Einheiten können – abhängig vom individuellen Trainingsplan – sinnvoll sein. Was jetzt nicht mehr sinnvoll ist: noch schnell beweisen zu wollen, wie leistungsfähig du bist.
Das Training ist gemacht. Jetzt brauchst du frische Beine.
3. Kein neues Material
Der Marathon ist kein Produkttest.
Keine neuen:
- Laufschuhe
- Socken
- Laufhosen
- Shirts
- Sport-BHs
- Laufwesten
- Trinksysteme
- etc.
Was du beim Marathon tragen möchtest, sollte vorher auf längeren Läufen getestet worden sein.
Ein kleiner Druckpunkt kann nach fünf Kilometern unproblematisch sein und nach 30 Kilometern zur Katastrophe werden.
Was nicht getestet ist, bleibt zu Hause.
4. Keine Ernährungsexperimente
Auch bei der Ernährung gilt: Jetzt nichts Neues ausprobieren!
Keine neuen Gels, keine unbekannten Sportgetränke und keine radikale Ernährungsumstellung.
Deine Wettkampfverpflegung solltest du bereits im Training getestet haben.
Das gilt besonders für die Kombination aus Kohlenhydraten und Flüssigkeit.
„Carboloading“ = Speicher auffüllen, nicht überessen
In den letzten Tagen vor dem Marathon kann eine gezielte Erhöhung der Kohlenhydratzufuhr sinnvoll sein.
Das bedeutet aber nicht, am Vorabend eine riesige Portion Pasta zu essen.
Besser sind über den Tag verteilt gut verträgliche Kohlenhydratquellen wie:
- Reis
- Pasta
- Kartoffeln
- Brot
- Haferflocken
- Bananen
Mehr Kohlenhydrate ja – aber bitte nicht Überessen!
Auch extrem fettreiche oder ungewohnt ballaststoffreiche Mahlzeiten solltest du kurz vor dem Marathon vermeiden, wenn du sie nicht gewohnt bist.
5. Regeneration nicht unterschätzen
Die letzten Tage sind nicht nur Trainingszeit, sondern auch Erholungszeit.
Ausreichend Schlaf, normale Alltagsbewegung und möglichst wenig zusätzliche Belastung helfen dabei, mit frischen Beinen an den Start zu gehen.
Vermeide deshalb, kurz vor dem Marathon noch:
- stundenlange Wanderungen oder lange Bummel über die Marathonmesse
- ungewohnte Sportarten
- schwere körperliche Arbeit
- ausgedehnte Shoppingtouren
- andere unnötige Belastungen
Du musst dich nicht zehn Tage auf die Couch legen.
Aber:
Der Marathon soll deine Beine ermüden – nicht das Sightseeing am Vortag.
6. Mach dich wegen einer schlechten Nacht nicht verrückt
Viele Läufer haben Angst, in der Nacht vor dem Marathon nicht ausreichend zu schlafen.
Natürlich ist guter Schlaf wichtig. Noch wichtiger ist aber, bereits in den Tagen davor ausreichend zu schlafen.
Wenn die letzte Nacht etwas unruhiger ausfällt, ist das kein Grund zur Panik.
Nicht auf die perfekte letzte Nacht fixieren – sondern die gesamte letzte Woche möglichst erholsam gestalten.
7. Strecke und Organisation kennen
Spätestens einige Tage vor dem Marathon solltest du wissen:
- Wo ist der Start?
- Wie kommst du dorthin?
- Wo kannst du parken?
- Wo gibt es Toiletten?
- Wo sind die Verpflegungsstationen?
- Was wird dort angeboten?
- Wie sieht das Höhenprofil aus?
- Wie wird das Wetter?
Du musst die Strecke nicht auswendig kennen.
Aber organisatorische Überraschungen am Wettkampfmorgen kannst du dir sparen.
Deine Verpflegungsstrategie
Plane vorher:
Was nimmst du?
Wann nimmst du es?
Wo kannst du trinken?
Was verträgst du?
Wenn du eigene Gels/ eigene Versorgung mitnimmst, solltest du auch wissen, wo du sie während des Laufs griffbereit hast.
8. Nichts dem Zufall überlassen
Am Vorabend sollte alles bereitliegen:
- Startnummer
- Laufschuhe
- Socken
- Wettkampfkleidung
- Gels
- Trinkflasche bzw. Verpflegung
- Laufuhr
- Sonnencreme
- ggf. Sonnenbrille oder Kappe
- Kleiderabgabe bzw. Wechselkleidung
Und:
Lade deine Laufuhr!
Das klingt banal – ist aber genau die Art von Fehler, die am Wettkampfmorgen niemand braucht.
Die 5 DOs
1. Regeneration priorisieren
Jetzt keine Trainingsheldentaten mehr.
2. Kohlenhydratspeicher auffüllen
Mehr Kohlenhydrate, ausreichend trinken, gut verträgliche Lebensmittel.
3. Alles vorher testen
Schuhe, Kleidung, Gels und Verpflegung gehören ins Training.
4. Strecke und Organisation kennen
Anreise, Start, Höhenprofil und Verpflegungsstationen vorher checken.
5. Einen realistischen Rennplan haben
Zieltempo und Verpflegungsstrategie festlegen, bevor der Startschuss fällt.
Race-Pace – Wie schnell solltest du deinen Marathon laufen?
Die richtige Marathonpace entscheidet mit darüber, ob du dein Potenzial über 42,195 km ausschöpfen kannst – oder ab Kilometer 30 einbrichst.
Eine individuelle Race-Pace-Bestimmung zeigt dir, welches Tempo zu deiner aktuellen Leistungsfähigkeit passt und wie du deinen Marathon sinnvoll einteilst.
Die 5 DON’Ts
DON’T 1: Keine Trainingskilometer nachholen
Was du in den vergangenen Wochen nicht geschafft hast, kannst du jetzt nicht mehr erzwingen.
DON’T 2: Keine neuen Produkte testen
Der Marathon ist nicht der richtige Zeitpunkt für neue Schuhe oder Gels.
DON’T 3: Carboloading nicht übertreiben
Kohlenhydratspeicher auffüllen bedeutet nicht, sich am Vorabend zu überessen.
DON’T 4: Keine unnötige Belastung
Schone deine Beine – auch außerhalb des Trainings.
DON’T 5: Nicht zu schnell starten
Der Marathon ist 42,195 Kilometer lang. Die ersten fünf Kilometer sollten sich kontrolliert anfühlen.
Deine Kurz-Checkliste
10–3 Tage vorher
- Training nach Plan reduzieren
- keine langen Läufe nachholen
- ausreichend schlafen
- Wetter beobachten
- Wettkampfmaterial prüfen
- Verpflegung festlegen
- Strecke und Anreise checken
2–1 Tage vorher
- Kohlenhydratzufuhr sicherstellen
- ausreichend trinken
- keine neuen Lebensmittel ausprobieren
- Beine nicht unnötig belasten
- Kleidung und Schuhe bereitlegen
- Gels einpacken
- Laufuhr laden
- Wecker stellen
Am Wettkampfmorgen
- gewohntes Frühstück
- ausreichend Zeit einplanen
- rechtzeitig zum Start
- Verpflegung mitnehmen
- Starttempo kontrollieren
MERKE
In den letzten zehn Tagen vor dem Marathon geht es nicht mehr darum, leistungsfähiger zu werden.
Es geht darum, deine Leistungsfähigkeit nicht durch unnötige Belastung, schlechte Ernährung, fehlende Regeneration oder organisatorische Fehler zu verschenken.
Trainiere nicht mehr das nach, was du verpasst hast. Bereite dich stattdessen gut auf den Wettkampftag vor.
Fazit
Die letzten zehn Tage vor dem Marathon sind eine Phase des Reduzierens und Organisierens. Also solltest Du keine langen Läufe mehr nachholen keine neuen Schuhe ausprobieren, keine Ernährungsexperimente machen und unnötigen Belastungen vermeiden.
Stattdessen: regenerieren, Kohlenhydratspeicher auffüllen, Material und Verpflegung vorbereiten und die Rennstrategie festlegen.
Denn am Start zählt nicht, was du in den letzten zehn Tagen noch unbedingt machen wolltest.
Es zählt, was du aus den Trainingswochen davor mitgebracht hast – und wie stark du damit an der Startlinie stehst.
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